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Krebsvorsorge

Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung: Eine Übersicht

 

Ziel einer Krebsvorsorgeuntersuchung ist es, einen Tumor zu erkennen, bevor dieser entsteht oder die ersten Symptome aufweist. In der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ist fest verankert, dass Männer und Frauen einen gesetzlichen Anspruch auf medizinische Krebsvorsorge-Untersuchungen haben. Zu den betroffenen Krebsarten gehören:

  • Brustkrebs
  • Darmkrebs
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Hautkrebs
  • Prostatakrebs

Krankenkassen sind dazu verpflichtet diese Kosten zu übernehmen. Diejenigen, die nicht an einer Vorsorgeuntersuchung teilnehmen möchten, haben keine benachteiligte Stellung bei der Versicherung oder der ärztlichen Behandlung, falls es zu einer karzinomatösen Erkrankung kommt. Die Entscheidung für oder gegen eine Vorsorgeuntersuchung ist für viele nicht einfach. Eine umfassende Beratung können Sie sich bei Ihrem Haus- und Facharzt einholen.

Im folgenden werden bildgebende Verfahren für die Krebsvorsorge aufgelistet, die nicht unter das Früherkennungsprogramm fallen können und daher Kosten verursachen, die die Patienten selbst tragen müssen – sofern sie nicht privat versichert sind. Da das Krebsscreening für Menschen ohne erhöhtes Risiko gedacht ist, sollten sich diejenigen, die ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen, durch genetische Veranlagung zum Beispiel, mit den behandelnden Ärzten über zusätzliche Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung auseinandersetzen. Auch Menschen mit Symptomen, die mit einer Krebserkrankung übereinstimmen, sollten zum Arzt gehen und unabhängig vom Früherkennungsprogramm die medizinisch notwendige Diagnostik für eine Tumorerkrankung erhalten.

Krebsvorsorge für Frauen
Brustkrebs (Mammographie)

Der Brustkrebs oder auch Mammakarzinom genannt ist mit etwa 30,5 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der industrialisierten Welt. Ungefähr 69.000 Mal im Jahr stellen Ärzte die Diagnose “Mammakarzinom”. Über 17.850 Frauen sterben jährlich an dieser Erkrankung. Wenn auch Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frauen ist, so ist sie in der Regel nicht die Gefährlichste. Falls die Erkrankung rechtzeitig erkannt werden kann, ist sie in den meisten Fällen heilbar.

Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit einigen Jahren, trotz einer steigenden Rate der Neuerkrankungen. Grund dafür sind die heutigen Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten. Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sterben tendenziell seltener an dieser Krankheit. Als Beispiel sind ca. 81,6 Prozent der Patientinnen 5 Jahre nach der Erkrankung am Leben. Dieser Wert war vor wenigen Jahren deutlich niedriger.

Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Jüngere Frauen sind seltener davon betroffen, die Gefahr der Erkrankung steigt im Alter. Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko einer Erkrankung, besonders ab dem 50. Lebensjahr (nach den Wechseljahren). Ab dem 70. Lebensjahr sinkt das Risiko tendenziell.

Damit ein Mammakarzinom geheilt werden kann, ist es also wichtig dieses früh zu entdecken. Frauen können ab dem 30. Lebensjahr einmal im Jahr zum Frauenarzt gehen, der durch Abtasten die Brust und Achselhöhle auf Veränderungen untersucht. Das Abtasten sollten Frauen zusätzlich, in regelmäßigen Abständen, selbst durchführen. Ab dem 50. Lebensjahr werden Frauen alle zwei Jahre zur Mammographie in ein spezialisiertes Untersuchungszentrum eingeladen. Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Private als auch gesetzliche Krankenkassen sind dazu verpflichtet diese Kosten zu übernehmen.

Moderne Verfahren, wie die 3D Mammograpie (auch Tomosynthese genannt) oder die MRT Mammographie (Mamma-MRT) bieten neue Möglichkeiten Brustkrebs schneller zu erkennen. Diese Verfahren helfen dabei Falschdiagnosen vorzubeugen und die Genauigkeit der Ergebnisse zu steigern.
Anhand der 3D Mammographie werden 150 dreidimensionale Aufnahmen erstellt. Mit diesem Verfahren werden 1mm Schichtaufnahmen erstellt und gleichzeitig wird die Brust geröncht. Die privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel vollständig. Zudem benötigen Privatpatienten keine Überweisung. Kassenpatienten müssen die Untersuchung selbst zahlen.

Krebsvorsorge für Männer
Prostatakrebs (MRT)

Im Jahr 1998 hat das Prostatakarzinom den Lungenkrebs als häufigsten bösartigen Tumor bei Männern abgelöst. 2014 wurde das Prostatakarzinom mit knapp 60.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Mit einem Anteil von rund 10 Prozent ist das Prostatakarzinom hinter Lungen- und Darmkrebs an dritter Stelle bei den zum Tode führenden Krebskrankheiten.

Untersuchungen von Verstorbenen haben ergeben, dass 9 von 10 Männern über 90 Jahre Prostatakrebs-Zellen aufwiesen. Viele Männer waren von dieser Krankheit betroffen, konnten dies aber nie erfahren. Infolgedessen nimmt seit fast drei Jahrzehnten die Häufigkeit von registrierten Prostatakrebserkrankungen stetig zu. Überwiegend liegt dies an den neuen Methoden für die Früherkennung (z.B. multifunktionelles MRT der Prostata), durch die Prostatakarzinome, vor allem im Frühstadium, entdeckt werden. Dieses Verfahren ermöglicht Männern eine schmerzfreie Untersuchung, im Gegensatz zur ursprünglichen Entnahme von Gewebeproben für eine Biopsie.

Durchschnittlich liegt das Alter der erkrankten Männer bei 72 Jahren. Das Karzinom taucht also vermehrt im hohen Alter auf. Ursachen der Erkrankung sind bisher weitgehend unbekannt. Häufig ist eine genetische Disposition, also eine erblich bedingte Entstehung, der Grund dafür. Daher sollten Männer, deren Väter oder Brüder betroffen von der Krankheit sind bzw. waren, bereits mit 45 Jahren zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen. Für Männer, bei denen keine Prostataerkrankung in der Familie vorliegt, ist die Vorsorgeuntersuchung im Alter ab 50 Jahre vorgesehen.

Das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse des Mannes. Betroffen ist meist die äußere Region der Vorsteherdrüse, sodass ein Karzinom bei der Untersuchung mit dem Finger vom Enddarm bei kleineren Tumoren nicht zu ertasten ist. Ein sensitives Verfahren bietet hier das multifunktionelle MRT der Prostata, das sogar die kleinsten Tumore in der Regel nachweisen kann.

Das Karzinom neigt dazu sich über seine begrenzende Kapsel hinaus auszubreiten, sodass Nervenfasern, Lymphbahnen und -knoten sowie Knochen befallen werden. Spontane Knochenbrüche und Schmerzen sind häufige Folgen. Hat der Krebs die Drüse nicht überschritten, ist mittels einer Operation oder Bestrahlung eine Heilung möglich. Falls sich bereits Metastasen (eine Tochtergeschwulst außerhalb der Prostata) gebildet haben, können verschiedene Therapieverfahren einzeln oder in Kombination angewendet werden, um den Krankheitsprozess aufzuhalten, die Lebenszeit zu verlängern und Beschwerden zu lindern.

Um eine Karzinomatöse Erkrankung der Prostata in Betracht zu ziehen, wird mittels eines Bluttests der PSA-Wert gemessen. Liegt dieser über dem Grenzwert, sollten weitere diagnostische Verfahren in Erwägung gezogen werden. Falls dies der Fall ist, kann mittels einer Hochfeld MRT (ab 1,5 Tesla-Gerät) Abhilfe geleistet werden. Wird anhand des MRTs ein positiver Befund festgestellt, wird eine gezielt Prostata-Biopsie durchgeführt. Die Methode gilt als beste Untersuchung, um Karzinome zu entdecken, da nicht alle Tumore tastbar sind.

Krebsvorsorge für Frauen und Männer

Leberkrebs (MRT)

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist die fünfthäufigste Tumorerkrankung weltweit. Auch in den westlichen Ländern ist die Häufigkeit dieser Krankheit zunehmend. Zurückzuführen ist die Häufigkeit auf die Zunahme von Patienten mit Hepatitis-B- und -C-Infektionen und auf die hohe Zahl von Patienten mit alkoholtoxischer Lebererkrankung. Ebenfalls eine Rolle spielt die Fettleberepidemie mit einer geschätzten Zahl von 10-20 Millionen Betroffenen allein in Deutschland.

Alle Patienten mit einer Leberzirrhose, chronischer Hepatitis B-Infektion oder nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis sollten in Erwägung ziehen, regelmäßig zu einer Früherkennungsuntersuchung zu gehen, sofern sie einer HCC-Therapie zugeführt werden können. Mittels einer Leber-Sonographie (Ultraschall) oder MRT wird die Leber auf das Auftreten eines HCC untersucht. Die entstehenden Kosten einer Leber-Sonographie werden von der Krankenkasse übernommen. Grundsätzlich ist eine MRT-Untersuchung sicherer und sollte in regelmäßigen Abständen von 2 Jahren durchgeführt werden. Im Falle der Entwicklung eines Leberkarzinoms, kann dieser in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.

Darmkrebs (CT/MRT)

In Deutschland erkrankten im Jahr 2014 rund 28.000 Frauen und 33.100 Männer erstmals an Darmkrebs. Das bedeutet, dass Darmkrebs die dritthäufigste Tumorerkrankung bei Männern und zweithäufigste bei Frauen ist. Grund für diese Häufigkeit sind die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, so die Meinung der Fachleute.

Auch der Darmkrebs ist bei älteren Menschen deutlich häufiger als bei jüngeren. Bei Männern liegt das Durchschnittsalter der Erkrankung bei 72 Jahren und bei Frauen bei 75 Jahren. Im Alter von unter 40 Jahren ist das Risiko sehr gering, in den nächsten 10 Jahren an Darmkrebs zu erkranken. Anders ist es bei Menschen, bei denen eine Erkrankung auf eine seltene Genveränderung zurückgeführt wird, die durch die Vererbung verursacht wird. Betroffene erkranken oft sehr jung.

Ab einem Alter von 50 Jahren steigt das Risiko einer altersbedingten Darmkrebserkrankung. Die gesetzliche Krebsvorsorgeuntersuchung deckt eine Kostenübernahme der Krankenkassen für eine jährliche Stuhlprobe, um verstecktes Blut zu entdecken, sowie eine Austastung des Mastdarms ab. Ab dem Alter von 55 Jahren werden die Kosten für eine Darmspiegelung übernommen.

Eine weitere Möglichkeit ist die CT-Kolonographie oder MR-Kolonographie. Auch dies ist ein Verfahren für die Früherkennung von Darmkrebs. Sinnvoll ist der Einsatz, wenn eine herkömmliche endoskopische Darmspiegelung nicht möglich ist oder nur unvollständig durchgeführt werden konnte. Mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) werden Schnittbilder des Darms erzeugt, sodass kein physischer Eingriff notwendig ist, um den Darm abzubilden.

Lungenkrebs (CT)

In Deutschland ist das Bronchialkarzinom die dritthäufigste Krebserkrankung mit ca. 50.000 Sterbefällen pro Jahr. Männer sind generell häufiger von der Krankheit betroffen als Frauen, die Anzahl der erkrankten Frauen nimmt stetig zu. Grund hierfür ist ein Anstieg des Zigarettenkonsums bei Frauen. Grundsätzlich ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bei einem aktiven Rauchverhalten doppelt so hoch. Nichtsdestotrotz ist nicht nur das aktive Rauchen ein Auslöser für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms:

  • Passives Rauchen
  • Kontakt mit Schadstoffen aus der Umwelt
  • Berufsbedingter Kontakt mit schädlichen Stoffen

Die Sterberate bei einer Lungenkrebs-Erkrankung ist hoch, da ein Befall der Lunge in den meisten Fällen viel zu spät diagnostiziert wird, sodass die Heilungschancen sehr gering sind. Sowohl Männer als auch Frauen sollten ab einem Alter von 45 Jahren regelmäßig ein Lungenscreening durchführen lassen. Anhand einer Computertomographie (CT) können selbst die kleinsten Tumore erkannt werden, wodurch eine frühzeitige Behandlung gewährleisten wird. Dieses neuartige Verfahren ermöglicht eine Untersuchung mit geringer Strahlenbelastung.

Aktive Raucher(innen) sollten sich unbedingt einem Raucher-Check-up unterziehen, um bei einem Befall der Lunge frühzeitig Handeln zu können.

Was bringen Früherkennung und Vorsorge

Bei der Früherkennung einer Krebserkrankung werden Gewebeveränderungen zu einem Zeitpunkt entdeckt, zu dem sie noch keine Schmerzen oder andere Symptome verursachen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tumore klein und örtlich begrenzt und lassen sich besser behandeln als große oder metastasierende Tumore.

Idealerweise erkennt man bereits eine Krebsvorstufe, also eine Gewebeveränderung, die noch nicht bösartig ist, aber ein erhöhtes Risiko für eine Krebsentstehung aufweist. Ist die Entfernung einer solchen Vorstufe möglich, kann man Krebs verhindern. Dies ist der optimale Ablauf der “Krebsvorsorge”.

Eine Umsetzung dieser Art war bisher nur bei Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs und manchen Formen von Hautkrebs möglich. Durch die Entwicklung neuer MRT-Geräte ist die Medizin ebenfalls in der Lage eine Früherkennung in der Prostatacazinomdiagnostik und Lungencazinomdiagnostik zu gewährleisten. Die Früherkennung trägt dazu bei, dass die Heilungsraten der Krebsformen verbessert werden.

Zuverlässigkeit der Untersuchungen

Die Zuverlässigkeit einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung liegt nicht bei 100 Prozent. Die Fehlerquote der Untersuchungen ist sehr gering, aber nicht bei Null. Hier können folgende falsche Diagnosen auftreten:

  • Falsch-positiv: Bei dieser Art der Diagnose wird ein Krebsverdacht angezeigt, obwohl keine Erkrankung vorliegt. Aufgrund dieser Diagnose folgen weitere Untersuchungen und unter Umständen auch Behandlungen, die nicht notwendig sind.
  • Falsch negativ: Bei dieser Diagnose wurde ein Tumor in der Früherkennung nicht erkannt, obwohl eine Krebserkrankung vorliegt.
  • Nicht jede Krebsvorstufe entwickelt sich zum lebensbedrohlichen Tumor: Es existieren Vorstufen und auch einige Tumore, mit denen man lange leben und auch alt werden kann. Für Betroffene bedeutet dies eine Behandlung, die ein unnötiges Risiko und die Gefahr von Nebenwirkungen mit sich bringt. Problematisch ist, dass in den meisten Fällen nicht erkannt werden kann, ob eine Vorstufe oder ein Tumor “harmlos” verlaufen kann.
Was zahlt die Krankenkasse

Kosten für die gesetzlich geregelte Krebsfrüherkennung tragen die privaten und gesetzlichen Krankenkassen. Für Untersuchungen und Tests, die nicht unter das gesetzliche Früherkennungsprogramm fallen, werden in der Regel nicht von der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die anfallenden Kosten müssen die Patienten selbst tragen. Bezeichnet werden diese Angebote als “individuelle Gesundheitsleistungen”, auch “IGeL” genannt.

Einige Krankenkassen erstatten jedoch auch diese Leistungen, wenn sie vertraglich festgehalten sind. In Ausnahmefällen übernehmen manche Krankenkassen diese Leistungen aus Kulanz. Um eine Kostenübernahme der Versicherung zu klären, müssen sich die Versicherten bei ihrer Krankenkasse informieren.